Leitfaden – Arbeiten mit dem Architecture Responsibility Framework
AFR ist kein Methodenbaukasten und kein Diskussionsinstrument.
Dieser Leitfaden beschreibt, wie AFR gedacht ist und wie es korrekt angewendet wird.

1. Wann AFR eingesetzt wird
AFR kommt immer dann zum Einsatz, wenn:
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Architekturentscheidungen getroffen werden
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Systeme langfristige Wirkung entfalten
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Verantwortung nicht mehr „mitgemeint“, sondern explizit sein muss
AFR ist nicht geeignet für:
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Ideensammlungen
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Brainstormings
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frühe Lösungsfindung ohne Entscheidungsreife
2. Grundregel
Ohne Entscheidung keine Verantwortung.
Ohne Verantwortung keine Architektur.
Alles andere ist Dokumentation.
5. 3. Der AFR-Ablauf (minimal und hart)
1. Entscheidung formulieren
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eindeutig
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überprüfbar
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mit klarer Reichweite
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2. Risiken explizit benennen
- Worst Case ist Pflicht
- „Wahrscheinlichkeiten“ sind irrelevant
3. Verantwortung zuweisen
- Name, nicht Rolle
- dauerhaft, nicht temporär
4. Akzeptierten Zustand festhalten
- nicht optimal
- sondern tragfähig
5. Freigabe oder Ablehnung
- kein Schwebezustand
- kein „wir schauen mal“
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4. Was AFR bewusst nicht tut
AFR:
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priorisiert keine Backlogs
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plant keine Sprints
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optimiert keine Prozesse
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ersetzt kein bestehendes Framework
AFR legt den Rahmen fest, innerhalb dessen all das verantwortbar passiert.
5. Typische Fehlanwendungen (und warum sie scheitern)
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„Wir nutzen AFR als Diskussionshilfe“ → falsch
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„AFR ist zu starr“ → Ausrede
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„Das blockiert Agilität“ → fehlende Entscheidungskultur
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„Wir müssen flexibel bleiben“ → Verantwortungsvermeidung
AFR ist unbequem, weil es wirkt.
6. Erfolgskriterium
AFR funktioniert, wenn:
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Entscheidungen nicht mehr verschwinden
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Verantwortung nicht mehr diffundiert
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Architektur erklärbar bleibt – auch nach Jahren
Wenn das nicht passiert, wird AFR nicht wirklich angewendet.