AR-F Framework

Entscheidungen

Im AR-F sind Entscheidungen keine Meinungen, keine Empfehlungen und keine Dokumente. Eine Architekturentscheidung ist nur dann eine Entscheidung, wenn sie gilt. Alles andere ist Vorarbeit.

Monumentaler Steinbogen

02 — Entscheidung ≠ Dokumentation

AR-F trennt strikt zwischen Entscheidung und Dokumentation.

  • → Entscheidung
  • → Dokumentation der Entscheidung

Ein ADR (Architecture Decision Record) kann eine Entscheidung beschreiben. Er macht sie nicht gültig.

Die Gültigkeit entsteht nicht durch das Artefakt, sondern durch Akzeptanz, Verantwortung und Durchsetzung.

01 — Was AR-F unter einer Entscheidung versteht

Eine Entscheidung im Sinne von AR-F ist:

  • → bewusst getroffen
  • → explizit formuliert
  • → in ihrem Geltungsbereich klar begrenzt
  • → mit Verantwortung versehen
  • → durchsetzbar

Eine Entscheidung ist kein Konsens, kein Workshop-Ergebnis und keine implizite Übereinkunft.

02 — Entscheidung ≠ Dokumentation

AR-F trennt strikt zwischen Entscheidung und Dokumentation.

  • → Entscheidung
  • → Dokumentation der Entscheidung

Ein ADR (Architecture Decision Record) kann eine Entscheidung beschreiben. Er macht sie nicht gültig.

Die Gültigkeit entsteht nicht durch das Artefakt, sondern durch Akzeptanz, Verantwortung und Durchsetzung.

03 — Wann eine Entscheidung gilt

Alle fünf Punkte müssen erfüllt sein.

  • 1. Explizite Festlegung — Die Entscheidung ist klar benannt. Keine impliziten Annahmen.
  • 2. Definierter Geltungsbereich — Wo gilt sie – und wo ausdrücklich nicht?
  • 3. Verantwortliche Rolle — Eine klar benannte Instanz trägt die fachliche Verantwortung.
  • 4. Durchsetzbarkeit — Abweichungen sind erkennbar und adressierbar.
  • 5. Zeitliche Einordnung — Die Entscheidung ist überprüfbar oder befristet.

Fehlt einer dieser Punkte, gilt die Entscheidung nicht.

04 — Entscheidung und Verantwortung

AR-F koppelt jede Entscheidung zwingend an Verantwortung.

Zu jeder Entscheidung muss klar sein:

  • → wer sie getroffen hat
  • → wer sie verantwortet
  • → wer sie revidieren darf
  • → wer im Eskalationsfall entscheidet

Ohne verantwortliche Rolle existiert keine gültige Entscheidung.

05 — Abweichungen sind Teil des Systems

AR-F geht nicht von perfekten Umsetzungen aus.

Abweichungen sind erwartbar, sichtbar zu machen und bewusst zu entscheiden. Wichtig ist nicht, dass es keine Abweichungen gibt, sondern dass klar ist:

  • → wer sie genehmigt
  • → wann sie akzeptiert sind
  • → wann sie aufgehoben werden

Unbemerkte Abweichungen zerstören Gültigkeit.

06 — Entscheidungen haben einen Lebenszyklus

Eine Entscheidung gilt nicht unbegrenzt.

AR-F fordert für jede relevante Entscheidung:

  • → einen Auslöser zur Überprüfung
  • → Kriterien für Weitergeltung
  • → einen klaren Weg zur Revision oder Aufhebung

Was nicht überprüft werden kann, ist dogmatisch – nicht architektonisch.

07 — Der schlechteste Fall entscheidet über Qualität

Die Qualität einer Entscheidung zeigt sich nicht im Normalbetrieb.

AR-F stellt deshalb die Frage: Was passiert im schlechtesten noch akzeptablen Fall – und wer handelt dann?

Wenn diese Frage nicht beantwortbar ist, ist die Entscheidung nicht tragfähig.

08 — Typische Fehlannahmen

AR-F widerspricht bewusst verbreiteten Annahmen.

  • ✗ „Das haben wir dokumentiert, also gilt es."
  • ✗ „Darüber haben wir abgestimmt."
  • ✗ „Das war mal beschlossen, aber…"
  • ✗ „Das ist historisch gewachsen."

Keine davon begründet Gültigkeit.

09 — Entscheidungen als Stabilitätsanker

Gültige Entscheidungen schaffen Stabilität.

  • → Stabilität
  • → Orientierung
  • → klare Grenzen

Sie sind kein Hemmnis für Agilität, sondern deren Voraussetzung.

Ohne stabile Entscheidungen gibt es keine sinnvolle Anpassung.

Zusammengefasst

Im AR-F gilt:

  • → Entscheidungen sind explizit
  • → Gültigkeit ist kein Nebenprodukt
  • → Verantwortung ist zwingend
  • → Durchsetzung ist notwendig
  • → Revision ist vorgesehen

Nur dann entsteht Architektur, die trägt.