Framework – Grundlagen

Diese Seite legt die gedanklichen und begrifflichen Grundlagen des Architecture Responsibility Framework (ARF) fest.
Sie ist bewusst nüchtern. Ohne Methodendiskussion. Ohne Tool-Bezug.

ARF beginnt vor Technik – und endet nach der Entscheidung.

1. Architektur ist kein Entwurf

In vielen Organisationen wird Architektur mit:

  • Design

  • Zielbildern

  • Diagrammen

  • technischen Standards

gleichgesetzt.

ARF widerspricht dem ausdrücklich.

Architektur ist kein Entwurf.
Architektur ist ein akzeptierter Zustand.

Ein Entwurf kann ignoriert werden.
Ein akzeptierter Zustand nicht – ohne bewusste Abweichung.

2. Absicht, Entscheidung, Zustand

ARF trennt drei Dinge, die in der Praxis oft vermischt werden:

Absicht

  • Wunsch

  • Ziel

  • Meinung

  • Richtung

Absichten sind wichtig – aber nicht bindend.

Entscheidung

  • bewusste Festlegung

  • mit Alternativen

  • mit Konsequenzen

Entscheidungen sind notwendig – aber noch nicht wirksam.

Zustand

  • akzeptierte Realität

  • gilt innerhalb eines klaren Rahmens

  • ist Maßstab für Abweichungen

Erst der Zustand ist Architektur im Sinne von ARF.

3. Wann etwas gilt

Die zentrale Frage des Frameworks lautet nicht:

Ist das gut entschieden?

Sondern:

Gilt diese Entscheidung – und wenn ja, wo, wie lange und für wen?

Eine Entscheidung gilt nur dann, wenn:

  • ihr Geltungsbereich definiert ist

  • sie durchsetzbar ist

  • es eine verantwortliche Rolle gibt

  • klar ist, wann sie überprüft wird

Ohne diese Kriterien existiert keine Gültigkeit.

4. Verantwortung ist Teil der Architektur

ARF behandelt Verantwortung nicht als Organisationsproblem, sondern als Architekturmerkmal.

Zu jeder relevanten Architekturentscheidung muss klar sein:

  • wer sie getroffen hat

  • wer sie fachlich verantwortet

  • wer eingreifen darf

  • wer Abweichungen genehmigt

Eine Architektur ohne Verantwortung ist nur ein Vorschlag.

5. Der schlechteste Fall als Referenz

ARF bewertet Architektur nicht am Best Case.

Die relevante Frage ist:

Was passiert im schlechtesten noch akzeptablen Fall – und wer trägt ihn?

Wenn diese Frage nicht beantwortbar ist, ist die Architektur nicht tragfähig.

6. Governance als Rahmen

ARF versteht Governance nicht als:

  • Gremium

  • Prozesskette

  • Kontrollinstanz

Sondern als Rahmen, der definiert:

  • was gilt

  • was nicht gilt

  • wann neu entschieden werden muss

Governance schützt Zustände – sie ersetzt keine Entscheidungen.

7. Übertragbarkeit als Qualitätskriterium

Eine Architekturentscheidung ist nur dann hochwertig, wenn sie:

  • erklärbar

  • nachvollziehbar

  • übertragbar

ist.

Was nur in einem Kontext funktioniert, ist kein tragfähiger Zustand.

ARF nutzt Übertragbarkeit als härtesten Qualitätstest.

Zusammengefasst

ARF setzt dort an, wo viele Ansätze aufhören:

  • bei Gültigkeit

  • bei Verantwortung

  • bei Durchsetzung

Es geht nicht um perfekte Entscheidungen,
sondern um klare Zustände.